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Die Favoriten mussten hart kämpfen – aber Überraschungen blieben noch die Ausnahme 

Von der gewachsenen Spielstärken vieler Hobbyspieler durften sich auch heute internationale Preisgeldjäger überzeugen. Erst nach langem Kampf gelang es der Nr. 2 der Setzliste, Jewgenij Miroschnitschenko, Dr. Jürgen Seidl mit einer hübschen Schlusskombination zu bezwingen. Auch Dr. Hans Hornung leistete gegen Wladimir Potkin erbitterten Widerstand, bevor er die Waffen strecken musste. Für seinen Kampfgeist belohnt wurde dagegen Werner Szenetra. Lange verteidigte er eine leicht schlechtere Stellung. Am Ende stellte sein Gegner Milos Pavlovic in hochgradiger Zeitnot die Partie ein. Ehrenvolle Remis erreichten u.a. Andreas Tennstedt gegen Pawel Jaracz, Anton Santl gegen Arkadi Rotstein, Bernhard Czap gegen Karel van der Weide, Jörg Heimerdinger gegen Slobodan Martinovic und Harald Feldbacher gegen Michail Kopylow. 

Immer spannend sind die Partien des Münchner Großmeisters Stefan Kindermann. Seine Erstrundenpartie gegen Dr. Ralf Schumacher war von hohem theoretischem Wert und ein echter Leckerbissen für die Schachfans. Der Wolfratshausner verblüffte den Favoriten mehrmals mit guten Verteidigungszügen und einem tollen intuitiven Springeropfer für Initiative. In guter Stellung unterlief ihm dann leider ein Zeitnotfehler. Heute machte Stefan dagegen mit unserem Stammgast Reinhard Jänig aus Dresden kurzen Prozeß, nachdem dieser in einer scharfen Eröffnungsvariante eine schwächere Fortsetzung wählte. Ab Runde 3 treffen die ersten internationalen Titelträger in direkten Duellen aufeinander. Eines der interessantesten Duelle dürfte die Partie zwischen der jungen indischen Großmeisterin Aarthie Ramaswamy und dem russischen Großmeister Wladimir Potkin bringen.

Henrik Teske

 


 Jewgenij Miroschnitschenko gegen Dr. Jürgen Seidl

v. l. Wladimir Potkin und R.Jänig gegen St. Kindermann